Waffen



Die Fundsituation in Birka
Insgesamt wurden 19 Expl. gefunden, davon konnten 5 versch. Typen  klassifiziert  werden, und somit auch einen  Überblick über die wikingerzeitl. Axtformen bieten


Breitäxte
Die Schneidenlänge ist größer als die Axtblattlänge.
4 Expl. nachgewiesen, alle haben ein dünnes Blatt und entsprechen  Petersen Typ M, 1. Hälfte 10. Jh.
Sie fanden sowohl als Streitaxt (zusammen mit Speer und Schild gefunden, Gr. 495, 770 gr + Gr. 581,385 gr  ) als auch als Werkzeug  Verwendung (Gr. 750  zusammen mit Werkzeugen , 1,2 kg ). Weiters s.u.

Hammeraxt und Doppelaxt

1 Expl. Gr. 644 400 gramm, Schneide mit Hammerkopf, Mitte 10. Jh ( Münze 920)
Herkunft östlich, ähnlich wie Doppelaxt



Birka Grab 717, Handaxt
Schmaläxte/Handäxte
Die Schneidenbreite ist kleiner als die Axtblattläng,  datiert werden sie auf Anfang -Mitte 10. Jh.
Man fand mehrere dieser kleinen, leichten Äxte, deren  Gewicht unter 300 gr liegt ( z.B.Gr. 717). Vermutlich waren sie Teil der persönl. Aussrüstung und dienten als "Multi-Tool".

Bartaxt, Petersen Typ C
Bartlänge 13 cm, Axtlänge 20 cm !
Birka, Schwarze Erde
© Bild: Statens Historiska Museet Stockholm
Bartäxte
Das Axtblatt verläuft nach unten in eine  bartähnlliche Endung aus. 9.Jh + 10. Jh.
In Birka 2 Expl. , sog. Petersen Typ C, dünnes Blatt, Gewicht 325 bzw. 310 Gramm

Arbeitsäxte : Äxte mit kurzem, breitem Bart 

Streitäxte: Äxte mit langem, schmalem Bart

Bartäxte bilden mit ca. 60 % aller Äxte die größte Fundgruppe der Gotland-Äxte. Um die Schneiden  zu schützen verwendte man entweder Holzschneiden (Haithabu) oder benutzte ein Art Futteral aus grobem Stoff (Hellvi, Gotland, Gr. 241A )



 

Doppelaxt

Birka, Grab 909, 1076,737
hergestellt von Keitel 

3 Expl. , sehr dünn ausgeschmiedet, extrem leicht, (Gr. 909; 160 Gramm; Gr.737 B 120 Gramm)

Sie sind nicht skandinavisch,sondern ihren Ursprung muß man im Osten suchen, wo es in Rußland und Ungarn zahlreiche Funde derer gibt.


 
 
 

Hiebmesser, Birka, Gr. 581

Das Hiebmesser wird als Bestandteil der Waffengarnitur betrachtet. Charakteristisch für diese Messerform sind die aufwendig mit Bronzebeschlägen verzierten Messerscheiden, die an meist 3  Aufhängeringen waagrecht  an der Hüfte getragen wurden.  Die Klingenlänge liegt meist zwischen  30- und 50 cm, die Klingenbreite bei 2-3 cm.
 Da  das Messer incl. Griff komplett in der Scheide steckte, befindet sich häufig ein Blechabschluß mit Ring  am Griffende, um das Messer an einer Lederschlaufe  herauszuziehen. Die Verbreitung ist auf  Schweden, Gotland und das Baltikum begrenzt, zumindest gibt es keine Funde aus Norwegen, Dänmark oder NW-Europa.



 

© Bild: Statens Historiska Museet Stockholm




Speerspitze, Petersen Typ E (9.Jh - Ende 11. Jh)
Replik Birka Gr. 560 eine Arbeit  von Keitel
Blattlänge 32 cm, Tülle 10 cm

Der Speer war die Hauptwaffe, was sich auch an der Zahl der Funde bestätigen läßt. 

Allein in Gotland sind über 600 gefunden worden. Er kommt häufig zusammen mit Schwert in Gräbern des 9.Jh.
und 1. Hälfte 10.Jh. vor.
In Birka und Gotland dominiert  Petersens Typ E  (Tülle mit Kerbschnittverzierung, s.o.) Die Tüllen weisen häufig auch Tauschierung auf. Die Länge liegt zwischen 30 und 60 cm, die Blattbreite i.d.R.bei  3 cm.